Erfreuliche Universität
Die Figur Wiborada soll im Jubiläumsjahr auch aus kultureller, feministischer und historisch-kritischer Perspektive beleuchtet werden. Das machen wir unter anderem mit einer Diskussionsreihe im St.Galler Kultur- und Konzertlokal Palace im Rahmen der «Erfreulichen Universität» und in Zusammenarbeit mit dem Archiv für Frauen- und Sozialgeschichte Ostschweiz. An drei Abenden steht Wiborada im Zentrum.
Zum Auftakt am 5. Mai versuchen Caroline Arni von der Uni Basel und Jasmine Lörchner vom Podcast «Herstory» die Wiederentdeckung der Wiborada und die vielen Projektionen, die damit verbunden sind, kritisch-historisch einzuordnen. Beide beschäftigen sich ausführlich mit Frauenbiografien und fragen: Wie können wir Frauenbiografien populär erzählen und ihnen dennoch aus historischer Perspektive gerecht werden? Warum ist biografisches Erzählen gerade für die Frauengeschichte so bedeutsam? Und wie erzählt man Geschichten differenziert, ohne die Protagonistinnen zu idealisieren oder zu Anti-Heldinnen zu machen?
Am 12. Mai ist die Kulturvermittlerin und Mediävistin Tanja Scherrer im Palace zu Gast. Sie ordnet die Figur Wiborada historisch ein und berichtet breiter über Frauenleben im Frühmittelalter.
Am dritten Abend, dem 19. Mai, diskutieren Frauen aus der 80er-Bewegung über die Entstehung des Vereins Wiborada. Er hat vor 40 Jahren die Frauenbibliothek Wiborada gegründet, welche wiederum das Literaturhaus St.Gallen aufgebaut hat. Im Rahmen dieses Jubiläums blicken wir auf die Anfänge des Vereins zurück und fragen, was die historische Wiborada und die wilden Frauen der 80er gemeinsam haben.
Erfreuliche Universität zu Wiborada:
5., 12. Und 19. Mai, 20 Uhr, Palace St.Gallen
